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BAYERISCHES WALDGESETZ

Art. 1 Gesetzeszweck
(Abs. 1) Der Wald hat besondere Bedeutung für den Schutz von Klima, Wasser, Luft und Boden, Tieren und Pflanzen, für die Landschaft und den Naturhaushalt.
Er ist wesentlicher Teil der natürlichen Lebensgrundlage und hat landeskulturelle, wirtschaftliche, soziale sowie gesundheitliche Aufgaben zu erfüllen.
Der Wald ist deshalb nachhaltig zu bewirtschaften, um diese Leistungen für das Wohl der Allgemeinheit dauerhaft erbringen zu können.

(Abs. 2) Dieses Gesetz soll insbesondere dazu dienen:
...
2. einen standortsgemäßen und möglichst naturnahen Zustand des Waldes unter Berücksichtigung des Grundsatzes „Wald vor Wild“ zu bewahren oder herzustellen, ....
 

Art. 14 Bewirtschaftung des Waldes
(Abs. 1) Der Wald ist im Rahmen der Zweckbestimmung dieses Gesetzes sachgemäß zu bewirtschaften und vor Schäden zu bewahren. Hierzu sind insbesondere
1. bei der Waldverjüngung standortgemäße Baumarten auszuwählen und standortheimische Baumarten angemessen zu beteiligen sowie die Möglichkeiten der Naturverjüngung zu nutzen, ...
 

 

JAGDRECHTLICHE GRUNDLAGEN

Die Jagdgenossenschaft
Gesetzliche Grundlagen in § 8 Bundesjagdgesetz (BJG) und Art. 11 Bayerisches Jagdgesetz (BayJG).

Der gewählte Jagdvorstand - Vorsteher, Stellvertreter und Beisitzer - vertreten die Interessen der Grundeigentümer (und nicht die des Jagdpächters). Die Jagdgenossenschaft steht unter der staatlichen Aufsicht der Jagdbehörden.
Der Jagdgenosse sollte aktiv am Willensbildungsprozess, insbesondere bei der Abschußplanaufstellung innerhalb der Genossenschaft beteiligt werden. Dazu sind auch regelmäßige gemeinsame Revierbegänge geeignet.

Der Abschußplan
Gesetzliche Grundlagen in § 1 und § 21 Bundesjagdgesetz (BJG) und Art. 1, Art. 13, Art. 32 Bayerisches Jagdgesetz (BayJG) sowie § 14 bis 16 Verordnung zur Ausführung des Bayer. Jagdgesetzes (AVBayJG).

Für Rehe ist ein Abschußplan aufzustellen. Den Abschußplan stellen der Jagdpächter im Einvernehmen mit dem mehrköpfigen Jagdvorstand auf.

Die Jagd hat für einen artenreichen (nicht zahlreichen! Anm. d. Red.) und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen nach Art. 1 Abs. 2 Bayerisches Jagdgesetz zu sorgen. Beeinträchtigungen der Forstwirtschaft müssen möglichst vermieden werden. Insbesondere soll die Bejagung die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen. Aus diesem Grund ist bei der Abschußplanaufstellung neben der körperlichen Verfassung der Rehe, der Zustand der Waldverjüngung vorrangig zu berücksichtigen. Aussagen über die Waldverjüngung (auf Hegegemeinschaftsebene) macht das Vegetationsgutachten. Die Jagdgenossen sind aufgefordert sich mit dem Vegetationsgutachten zu befassen da die Verbissbelastung auf örtlicher Ebene vom Durchschnittswert des Vegetationsgutachtens erheblich abweichen kann.

Bei einem von Jagdvorstandschaft und Jagdpächter einvernehmlich aufgestellten Abschußplan muss die Untere Jagdbehörde diesen bestätigen wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
* Aussagen des Vegetationsgutachten vorrangig berücksichtigt?
* Ansprüche der Land-, Forst- u. Fischereiwirtschaft auf Schutz vor Wildschäden sind voll gewahrt?
* Wild nicht im Bestand bedroht?
* Belange von Naturschutz und Landespflege berücksichtigt?

Wenn diese gesetzlichen Grundlagen nicht ausreichend beachtet worden sind, darf der Abschussplan von der Unteren Jagdbehörde nicht bestätigt werden, auch wenn dieser von Jagdvorstand und Jagdpächter gemeinsam unterschrieben wurde.

Kein einvernehmlicher Abschußplan zwischen Jagdpächter und Jagdgenossenschaft?
Der Jagdvorstand kann auch einen eigenen Abschußplan aufstellen wenn der Vorschlag des Jagdpächters nicht als ausreichend betrachtet wird. Dann sind die gewünschten Änderungen mit Begründung auf dem Abschußplan zu vermerken. Die Untere Jagdbehörde setzt dann den Abschußplan mit dem Jagdbeirat fest. Entspricht der festgesetzte Abschußplan nicht den Vorstellungen der Jagdgenossenschaft hat sie die Möglichkeit des Widerspruchs.

Eine Abschußplanänderung während der Laufzeit ist theoretisch zwar möglich, aber meist sehr schwierig durchzusetzen. Dazu sind gute und plausible Gründe erforderlich warum sich an den jagdlichen Verhältnissen seit Abschußplanaufstellung etwas geändert haben sollte.


Die Hegegemeinschaft
Mehrere Jagdreviere bilden zusammen eine Hegegemeinschaft. Eigentliche Aufgabe der Hegegemeinschaft ist die großräumige Planung der Hege und die Bejagung von Wild.
Ihre Aufgaben (z.B. die Abschußpläne der beteiligten Reviere aufeinander abzustimmen, auf die Erfüllung der Abschußpläne hinzuwirken) haben mehr beratenden Charakter und müssen das Einvernehmen der beteiligten Revierinhaber und Jagdvorstände besitzen.
Die Hegegemeinschaft hat keine Entscheidungsbefugnis über den Abschußplan, sie gibt nur eine Abschußempfehlung. Kommt bei der Abschußplanerstellung zwischen Jagdpächter und Jagdvorstand keine Einigung zustande, kann die Hegegemeinschaft auf eine Einigung hinwirken. Sie kann eine Einigung nicht erzwingen oder gar über den Abschußplan bestimmen.

Wildschaden
Schäden durch Schalenwild, Kaninchen und Fasane sind dem Geschädigten zu ersetzen.
Wildschäden im Wald werden nicht ersetzt wenn
* keine Hauptholzart
* Baumart eingebracht wird, die keine Hauptbaumart ist und deshalb einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt ist (z.B. Douglasie) und nicht nicht geschützt wurde.
In der Regel wird die Schadensersatzpflicht, die vom Gesetz her die Jagdgenossenschaft tragen müsste, auf den Jagdpächter vertraglich übertragen.
Ein Wildschaden muß bei der Gemeinde gemeldet werden. Wichtige Termine bei Schäden an forstlich genutzten Grundstücken sind der 1. Mai für Schäden, die zwischen 1. Oktober und 30. April entstanden sind sowie der 1. Oktober für Schäden aus dem Zeitraum vom 1. Mai bis 30. September. Danach hat der Geschädigte keinen Anspruch auf Erstattung.
Meist hat der Jagdpächter vertraglich den Ersatz des Wildschadens übernommen. In letzter Zeit wurden immer mehr Pachtverträge bekannt, in denen der Wildschaden nur bis zu einer bestimmten Schadenshöhe übernommen oder auch komplett ausgeschlossen wird. Dann muss die Jagdgenossenschaft den Schaden ersetzen. Der Schadensersatz ist von den einzelnen Jagdgenossen nach dem Verhältnis des Flächeninhalts ihrer beteiligten Grundstücke zu tragen.

 

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