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WBV-Fahrt zum ZLF-Waldbauerntag - 26.09.2012
 
Die Waldbesitzervereinigungen Sulzbach–Rosenberg und Illschwang-Birgland fuhren zusammen zum 125. Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) nach München.
Der am Mittwoch, den 26. September stattfindende Waldbauerntag des ZLF war Ziel der WBV-Informationsfahrt und hatte das Thema „Forstwirtschaft voller Energie und Leben“. Neben umfangreichen fachlichen Informationen zu land- und forstwirtschaftlichen Themen und Maschinen rundete traditionell ein Besuch des Oktoberfests das Programm ab.
 
 
“Naturnahe Waldwirtschaft und Maschineneinsatz - ein Widerspruch?”
 
Zum Thema “Naturnahe Waldwirtschaft und Maschineneinsatz - ein Widerspruch?” haben in Zusammenarbeit Geschäftsführer Jörg Berendes von der WBV Sulzbach-Rosenberg und Revierleiterin Monika Meiler vom Forstrevier Sulzbach  einen Waldbegang für Waldbesitzer und Interessierte am Nachmittag des 2. Juli in Etzelwang durchgeführt. Trotz Temperaturen um 33 °C kamen zahlreiche Hartgesottene, sich aus erster Hand Einzelheiten zu einer Waldpflegeaktion näher bringen zu lassen, die in Etzelwang und Umgebung für kontroversen Gespächsstoff sorgte.
 
Im Waldgebiet “Fichtach” nördlich von Etzelwang wurde im vergangenen Februar ein Waldstück durchforstet. Die Umsetzung der waldbaulichen Vorgaben (“Entrümpeln” - Kronenpflege - Förderung der Naturverjüngung) wurde unter schwierigen Bedingungen (Steilhang, Blocküberlagerung, Witterung, Rückeentfernung, Lagerplatz) mit  Harvestertechnik durchgeführt.
 
Nachdem nun die ersten  Ergebnisse am Waldbestand sichtbar sind, ist jetzt eine passende Gelegenheit, der interessierten Öffentlichkeit die Grundsätze der naturnahen Waldwirtschaft nahe zu bringen. Dabei werden auch die Chancen und Risiken der modernen Forsttechnik beleuchtet. Informationen zum Holzmarkt und waldbauliche Fördermöglichkeiten des Staates runden den Waldbegang ab.
 
Die Bedeutung gemischter Wälder aus Buche Tanne Bergahorn im Klimawandel wird selbst von vielen Waldbesitzern noch unterschätzt. Die kurzzeitige Beeinträchtigung für Spaziergänger durch Reisig und Astmaterial auf den Wanderwegen und vor allem im Wald selbst, wird durch einen ästhetischen Waldzustand mittelfristig mehr als ausgeglichen.
 
 
 
Bericht über die Jahreshauptversammlung am 05.03.2010
 
Voll besetzt war der Rittersaal in Hahnbach bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Sulzbach-Rosenberg. Vorsitzender Harald Pilhofer konnte neben vielen Ehrengästen auch den Leiter des AELF Amberg Willibald Götz und die Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg und Poppenricht, Gerd Geismann und Franz Birkl begrüßen.
 
In seiner kurzen Rückschau auf das Jahr 2009 stellte Harald Pilhofer zuerst die Gründung der WBV-Energie GmbH als 100%ige Tochterfirma der WBV in den Mittelpunkt. Mit Elektroingenieur Gerhard Meier als Geschäftsführer und  Heizwart sei eine gute Wahl getroffen worden, so der Vorsitzende. Auf den Wärmeliefervertrag mit der Gemeinde Edelsfeld sind ab Mitte September bis heute 180 MWh geliefert worden.
 
Da die Weltfinanzkrise auch Auswirkungen auf den Holzmarkt hatte, habe die WBV ihren Holzeinschlag reduziert. So wurden andererseits verstärkt gut besuchte Waldbegänge in den Obmannbereichen  durchgeführt. Schwerpunkte waren unter anderem die Themen Durchforstung, Waldumbau und die Wald-Wild-Problematik. Danach sei zügig mit dem Holzeinschlag begonnen worden, so Pilhofer. Er erinnerte an die erfolgreiche Arbeit von Dietmar Wahl als Revierbetreuer der Forstverwaltung. Dank gelte der Stadt Auerbach für das in die WBV gesetzte Vertrauen mit der Übergabe der Bewirtschaftung ihrer Wälder an die WBV Sulzbach-Rosenberg.
 
Weiter berichtete der Vorsitzende über die Modernisierung des Maschinenparks, unter anderem die Neuanschaffung eines Holzhackers in Haghof. Sämtliche Maschinen seien im vergangenen Jahr auch von der Berufsgenossenschaft mit positivem Ergebniss auf Betriebssicherheit überprüft worden. Dank gelte den Revierbeamten für die gute Zusammenarbeit, hier speziell dem in Ruhestand gehenden Reinhold Lang, der ein Präsent erhielt. Langs Nachfolgerin, Monika Meiler, stellte sich den zahlreich erschienen Waldbesitzern kurz vor.
 
Dann trug Vorsitzender Pilhofer die Änderungsvorschläge für die WBV-Satzung vor, nötig geworden vor allem wegen Forstreform und stark gestiegenem Geschäftsbetrieb der WBV. Die Mitglieder waren einstimmig für die Änderung der Satzung.
 
Danach betonte Leitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit von WBV und seinem Amt. Die beiden Bürgermeister Geismann und Birkl lobten und würdigten ebenfalls, wie zuvor schon Götz, in ihren Grußworten die Arbeit der WBV.
 
Einen beeindruckenden Vortrag zum brisanten Thema „Spannungsfeld Rehwild und Waldbau“ hielt abschließend Revierjagdmeister Nikolaus Urban (folgt später unter Waldwissen).
 
 
Vortrag der Geschäftsführer bei der Jahreshauptversammlung
 
Die beiden WBV-Geschäftsführer Jörg Berendes und Uwe Gmach gaben der Versammlung ihren Bericht über das abgelaufene Jahr ab.
1.621 Mitglieder waren zum Stand 31.12.2009 mit einer Mitgliedsfläche von 10.217 ha in der WBV Sulzbach-Rosenberg (WBV) organisiert.

Bei einer Lehrfahrt in den Frankenwald zusammen mit der WBV Illschwang-Birgland gab es Informationen zum Waldbau mit Douglasie.
Beeindruckende Dimensionen der dortigen Douglasienwälder mit 60 Meter hohen Exemplaren und 12 Festmeter Holz pro Stamm waren zu sehen. Jörg Berendes unterstrich aber, zum Thema Douglasie unbedingt die Beratung der Revierleiter einzuholen, da diese Baumart diffizile Anforderungen an den Standort und die Behandlung stelle.

Eine zweite Lehrfahrt ging in den Bayerischen Wald in das Revier von Otmar Eckert. Dort war zu sehen, dass bei angepaßten Rehwildbeständen mit naturnahem Waldbau die Verjüngung von Tanne ohne jeglichen Schutz möglich ist. Nachmittags hinterließen dann die beachtlichen Ausmaße von, durch Sturmwurf sowie Borkenkäfer geschädigten Hochlagen im Gebiet des Dreisessel am Rande des Nationalparks bei den Teilnehmern bleibende Eindrücke.

Erstmalig von der WBV angebotene Motorsägenlehrgänge hätten gute Resonanz gefunden und seien innerhalb kürzester Zeit ausgebucht worden. Weitere Kurse seien in der Planung.

Bei der Holzvermarktung sei das abgelaufene Wirtschaftsjahr zweigeteilt gewesen. Im ersten Halbjahr wurde der Einschlag wegen der Wirtschaftskrise stark gedrosselt. Die Waldbesitzervereinigung sei kein Unternehmer, der sich einerseits aus dem Kuchen nur große Waldbesitzer als Rosinen herauspicke und andererseits den Waldbesitzern ihr Holz bei jeder Marktlage abluchsen müsse. Jörg Berendes lobte hier ausdrücklich das marktkonforme Verhalten der Mitglieder, die den Empfehlungen der WBV zur Einschlagszurückhaltung Anfang 2009 gefolgt seien. Solidarisch handelnde WBVen hätten dies Bayern weit ähnlich gehandhabt. Dadurch habe sich der Markt erholen können. Bessere Holzpreise und zügige Vermarktung prägten dann auch das Marktgeschehen im zweiten Halbjahr. Zusammen mit günstigen Bodenbedingungen nutzten dies
auch zahlreiche Mitglieder. Bei der Holzvermarktung im Gesamtjahr 2009 seien dann trotz schlechtem ersten Halbjahr noch knapp 22.000 Festmeter erreicht worden.

Die Holzpreise befinden sich momentan, nach dem vielen Auf und Ab der letzten Jahre auf einem überdurchschnittlichen und stabilen Niveau, so Jörg Berendes. Die Waldbesitzer sollten die Lage am Holzmarkt nutzen und bereits jetzt zusammen mit Revierleiter oder WBV-Geschäftsführer Durchforstungen vorbereiten, die dann ab Anfang August bei zu erwartenden stabilen Boden- und Marktverhältnissen umgesetzt werden sollten.

Uwe Gmach berichtete über die abgelaufene Wertholzsubmission mit Beteiligung der WBV. Ausgesuchte Laub- und Nadelhölzer erzielten weit bessere Preise wie im Freihandverkauf. Diese Vermarktungsmöglichkeit werde im nächsten Herbst wieder angeboten. Die Geschäftsklimaindex am Holzmarkt insgesamt sei positiv. Man erwarte aufgrund der hohen Nachfrage nach Rundholz ab Juli einen leichten Preisanstieg. Auch Uwe Gmach empfahl, die Durchforstung für den Sommereinsatz bereits jetzt anzugehen. Die geringen Schadholzmengen vom Sturm "Xynthia" würden ohne Folgen für Holzmarkt bleiben.

Des weiteren wurden Termin des AELF Amberg für Pflanzschulungen in Vilseck, Sulzbach-Rosenberg und Auerbach bekannt gegeben. Bestellungen für Forstpflanzen müssten bis zum 26.03.10 in der Geschäftsstelle eintreffen.
 
Dem Forstlichen Berater der WBV, Thomas Groha, wurde für sein Engagement beim Erstellen der Homepage ausdrücklich gedankt.
 
 
Kassenbericht
 
Der Kassenbericht, vorgestellt von Hubert Irlbach (Berata) und der Prüfbericht der beiden Kassenprüfer Simon Lösch und Martin Gebhard zeugten von einem sauberen und erfolgreichen Wirtschaften in der WBV zugunsten der Mitglieder. Der Vorschlag des Kassenprüfers auf Entlastung erhielt einstimmig Zustimmung.
 
 

Übersicht über die 2009 durchgeführte Waldbegänge

Datum

Treff

Obmannbereich

Ort

Themen

17.04.09

13:30

Gebenbach

Atzmannsricht - Ölhof

Verabschiedung Josef Bäumler als 1. Stellvert. Vorstand der WBV Nadelholzpflege, Douglasie, Laubholzpflege mit Auszeichenübung

18.05.09

19:00

Neukirchen

Pilgramshof

Jagd, Buchen-Naturverjüngung und Förderung, Verbißsituation, Kahlschlagswirtschaft, anschließend Einkehr

12.06.09

19:30

Großalberhof Iber

Auf der Ruh, Forsthof

Entwicklung einer Durchforstungsfläche im Vergleich zum undurchforsteten Nachbarbestand, Laubholz-Pflege in der Dickung, Verkehrssicherungspflicht an Wegen

20.06.09

14:00

Holnstein Mittelreinbach

Eiselbachpark- platz

Naturverjüngung hinter Zaun u. außerhalb Zaun, Situation Verbiss, Klimaänderung und Waldbau, Förderung Naturverjüngung, Waldpflege Nadel- u. Laubholz, Holzmarkt

03.07.09

19:00

Schönlind/Süß

Ödgodlricht

Vergleich Fläche mit Harvester gepflegt zu undurchforstet - Entwicklung nach 10 Jahren, Douglasien-Anbau

04.07.09

09:00

Sulzbach   Niederricht

Oberricht

Dickungspflege Laub-/Nadelholz-Mischbestand, Klimaänderung, Douglasie, Flurgrenze, Wegepflege

18.07.09

10:00

Hahnbach / Süß

Ochsenschlag

Entwicklung mit Harvester durchforsteter Flächen, Wirtschaftlichkeit im Wald,  Naturverjüngung u. künstliche Verjüngung aus Eiche, Vergleich mit und ohne Zaunschutz, Schaffung klimatoleranter Wälder, Waldbau Douglasie

24.07.09

19:00

Weigendorf

Ernhüll, Dorfplatz

Entwicklung von Waldbeständen nach Durchforstung (Motorsäge oder Harvester), Natur-Verjüngung im Zaun und außerhalb, Situation Wildverbiß, Holzmarkt

25.07.09

09:00

Poppenricht Rosenberg

Brüllholz, Treff Schützenheim Obersdorf

Wegebau Brüllholz, Baumartenwahl Sturmwurfläche, Schaffung klimatoleranter Bestände, Situation Wildverbiß, Auszeichenübung Kie- u. Fi-Durchforstung, Holzmarkt

25.07.09

14:00

Röckenricht Neukirchen

Waldwirtschafts- weg Klaffertal  Röckenricht / Blechhof

Harvesterdurchforstung, Entwicklung durchforsteter Jungbestand neben undurchforsteten Bestände, Buchen-Verjüngung im Kirchenholz, Holzmarkt

23.10.09

14:30

Hirschbach

Achtel

Waldbau nach PEFC, Diskussion Wald vor Wild und Einflussmöglichkeiten der Waldbesitzer, Förderung von Naturverjüngungsflächen,
Auszeichen-, Aushaltungs- u. Sortierübung

 
 
 
18. Juli 2009
Waldgerechte Jagd - Wirtschaftlichkeit im Wald - Verkehrssicherungspflicht waren Themen beim Waldbegang in Hahnbach
 
Wie ein roter Faden zog sich das Thema Naturverjüngung für klimatolerante, stabile Mischwälder und die Verhinderung derselben durch Verbiss am Samstag, den 18.07.09 durch den Waldbegang am Ochsenschlag bei Hahnbach. Ortsobmann Hans Iberer konnte  neben den interessierten Waldbesitzern und den Geschäftsführer Jörg Berendes  besonders den neuen Hahnbacher Revierleiter Stefan Binner begrüßen.

Zuerst beschäftigten sich die Teilnehmer des Waldbegangs mit den Fragen der Verkehrssicherungspflicht der Waldbesitzer entlang von öffentlichen Wegen. Diese wird von vielen in ihrer haftungsrechtlichen Bedeutung immer noch leichtsinnig unterschätzt. Klargestellt wurde aber auch, dass Rückegassen im Bestand (ähnlich wie die Fahrgassen im Getreidefeld) nicht zu den Wegen im verkehrsrechtlichen Sinn zählen.

Anhand eines mit Harvester durchforsteten Kiefernbestandes war die Wirtschaftlichkeit bei der Waldarbeit das Thema. Entkräftet werden konnte mittels Überschlagsrechnungen mit aktuellen Holzpreisen und Kosten auch das Gerücht, beim Harvestereinsatz bliebe für den Waldbesitzer nichts übrig. Bei Durchforstungen über die eigene WBV liegen die Gesamtkosten - selbst für das Sortiment mit dem schlechtesten Holzpreis, dem Industrie- bzw. Brennholz - unter den Holzerlösen.
Ein häufiger Grund für die unterschiedlichen Wahrnehmungen liegt unter anderem darin, dass Waldbesitzer viele Kostenfaktoren bei ihrer eigener Arbeit nicht mit einrechnen. Beim Unternehmereinsatz müssen aber alle Kosten verrechnet werden. (Statt nur unmittelbar verbrauchten Diesel müssen beispielsweise Schlepperkosten komplett bis hin zu anteiliger Versicherung oder erhöhte Reparaturkosten angesetzt werden. Oder beim Lohnkostenansatz muss mindestens mit dem MR-Satz gerechnet werden.)
Ein einfaches Beispiel verdeutlichte das Unterschätzen der eigenen Arbeitsleistung: die eigenen Bereitstellungskosten für ofenfertiges Brennholz wurden von Anwesenden mit 18,- bis 25,- €/Ster geschätzt. Umfangreiche Arbeitszeitstudien mit einer ehrlichen Gesamtrechnung von Dr. Hartmann im Technologie- und Förderzentrum Straubing haben aber im Privatwaldbereich Bereitstellungskosten von ca. 35,- €/Ster Brennholz ergeben. Weil aber häufig Äpfel mit Birnen verglichen werden, erscheint manchen Waldbesitzer der erntekostenfreie Erlös beim Unternehmereinsatz im Vergleich zur Eigenaufarbeitung als zu niedrig.
Da viele Waldbesitzer nicht die Arbeitskapazität zur Waldpflege aufbringen können, ist es jedenfalls besser, Arbeiten zu vergeben und damit den eigenen Wald zuwachsstark und stabil zu halten. Es gilt schließlich, jetzt den eigenen Wald zukunftsfähig (Klimaänderung) zu gestalten und nicht seinen Wert auf`s Spiel zu setzen. Im begutachteten Bestand (vor sechs Jahren mit dem Harvester durchforstet) hat sich der Bestand mit dichten Kronen prächtig entwickeln können. Lediglich bei der vorhandenen Naturverjüngung hat sich die, auf diesem Standort einzig geeignete Baumart, die Eiche, bis jetzt nicht ausreichend entwickeln können. Zu massiv sind die Verbißschäden. Eine kleine Entschädigung liefern die Kiefern-Verjüngungsansätze, die sich nach der Durchforstung mit dem Mehr an Licht, gesund und vital weiter entwickeln konnten.

Die Bedeutung einer waldgerechten Jagd zeigte sich dann auch der Vergleich einer, seit 15 Jahren hinter Zaun geschützten Eichen-Naturverjüngung mit dem angrenzenden, ungeschützten Bestand. Im Zaun stehen bis zu vier Meter hohe Eichen und außerhalb kommt kaum eine Pflanze aus dem Beerkraut hinaus obwohl im Durchschnitt alle Meter eine Eiche aus Hähersaat zu finden war. Angesichts der langen Verjüngungszeiträume und der extrem hohen Kosten für künstliche Verjüngung müssen unsere Waldbestände bereits jetzt flächig mit einer gemischten Naturverjüngung auf den Klimawandel vorbereitet werden. Der neue Revierleiter Stefan Binner informierte dazu über die Möglichkeit zur Förderung von Naturverjüngungsflächen in Höhe von 1.000,- €/ha und betonte die Schlüsselfunktion, die der Jäger für eine erfolgreiche Naturverjüngung innehat: „Es geht nur zusammen mit dem Jäger“. Anhand eines weiteren Bestandsbildes wurde über Ursachen diskutiert, warum in Revierteilen einerseits die Naturverjüngung läuft, wenige hundert Meter weiter aber alles verbissen wird. Festgestellt wurde, dass die vom Gesetzgeber geforderte, ungeschützte Naturverjüngung als Normalfall, wo die Jagd passt, zu betrachteten ist und bei verbissenen Flächen die Anstrengungen für einen höheren Abschuß intensiviert werden müssen. Dies fordert vom Jäger ein wachsames Auge auf die Verjüngung in allen Revierteilen. Fähige Jäger, die ihren gesetzlichen Auftrag nachkommen, nämlich eine ungeschützt aufwachsende standortgerechte Naturverjüngung auf ganzer Fläche zu ermöglichen, müssen andererseits von den Jagdgenossen - z.B. in Punkto Jagdpachthöhe - als Anreiz ein Entgegenkommen erwarten können, so der Geschäftsführer Jörg Berendes.

Da das Thema waldgerechte Jagd bekanntermaßen für ausgiebige Diskussionen sorgt, wurden schließlich die Themen „standortgerechter Douglasienanbau“ (Beispiel Waldbestand Martin Weiß) und „Informationen zum Holzmarkt“ am Schluß rasch abgehandelt um das rechtzeitige Ende des Waldbegangs für das Mittagessen nicht zu weit zu überziehen.

 
 
03./04. Juli 2009
Waldbegang der WBV bietet unvergessliches Erlebnis

Wer am Waldbegang der WBV in Ödgodlricht teilnahm, hat sich auf jeden Fall als äusserst wetterfest erwiesen. Ödgodlricht 2
Ein erstes Gewitter wurde noch unter dem Vordach des Holzlagers von Ortsobmann Christian Ströhl abgewartet. Die Zeit wurde genutzt um den WBV-Mitgliedern Sinn und Zweck der wirtschaftenden Tätigkeit des Menschen im Wald zu erläutern. Anhand zweier Baumscheiben aus zwei gleichaltrigen und benachbarten Fichtenbeständen konnte der Durchforstungseffekt (Lenkung des Zuwachses auf den Auslesestamm) im durchforsteten Bestand gegenüber der Baumscheibe aus einem Bestand ohne aktive Eingriffe in die herrschende Baumschicht (nur Entnahme von bereits abgestorbenen Bäumen) deutlich an den Jahrringbreiten nachvollzogen werden.
Nachdem sich das Gewitter (vermeintlich) verzogen hatte ging`s in den Wald bei Ödgodlricht. Die Themen waren Entwicklung von Beständen 10 Jahre nach Harvesterdurchforstung, Verkehrssicherungspflicht an öffentlichen Wegen und Douglasienanbau.
Die Regenpause war leider nur von kurzer Dauer. Mitten im Wald standen die Teilnehmer schließlich im tosenden Gewitterregen, durchnässt bis auf die Haut (siehe Bild). Blitz und Donner waren eins.
Dieser Waldbegang wird den Teilnehmern noch lange im Gedächtnis bleiben. Etwas “kürzer als sonst üblich” wurde dann auch der Waldbegang beendet.
 
Die Gewitter am Freitag Abend tobten besonders im westlichen WBV-Bereich. In Erkelsdorf westlich Neukirchen wurden schier unglaubliche Regenmengen zwischen 120 und 160 mm / m² innerhalb von 6 Stunden gemessen!
 
Tags darauf fand der Waldbegang in Niederricht bei weitgehend niederschlagsfreien Wetter statt. Zeitweise sehr lebhaft wurde über folgende Hauptthemen diskutiert:
- standortgerechter Waldbau und Pflege von Mischbeständen (Fi, Kie, Ei, Bu, Lä, verschiedene     
  Weichlaubhölzer) im Dickungsalter.
- Douglasienanbau unter Schirm und auf der Freifläche anhand konkreter Beispiele, geeignete
  Standorte für Douglasie und Konkurrenzfähigkeit zu Fichte und Buche
- Notwendigkeit die Flurgrenzen im Wald vom Bewuchs durch Bäume frei zu halten.
  Günstig dafür: Rückegasse zusammen mit Nachbarn auf die gemeinsame Flurgrenze zu legen.
- Bedeutung von Waldwegen für den naturnahen Waldbau. Laufende, jährliche Wegepflege erhält
  die Forststraßen leistungsfähig und erfordert geringeren finanziellen Aufwand als jahrelanges
  “Nichtstun” und dann sanieren.
 
29. Juni 2009
Tannen-Naturverjüngung und Schadflächen gigantischen Ausmaßes – Eindrücke von der WBV-Fahrt

Nach der „Douglasienfahrt in den Frankenwald stand nun der Waldbau im Inneren Bayerischen Wald auf dem Programm. Empfangen wurden die Teilnehmer der Informationsfahrt vom ehemaligen Revierleiter der Forstdienststelle Hahnbach, Otmar Eckert. Er stellte den Waldbesitzern aus dem Oberpfälzer Jura und Hahnbacher Becken kurz sein Einsatz- und Aufgabengebiet in seiner ursprünglich alten und jetzt wieder neuen Heimat Neureichenau am Dreisessel vor.

Von der reichhaltigen Naturverjüngung aus Fichte, Tanne und Buche im Wald der Brauerei Brühmüller waren alle sichtlich beeindruckt. Eine lebhafte Diskussion kam auf, als der Privatförster der Brauerei, Thomas Bauer, den Waldbesitzern die Bedeutung einer, dem Wald angepassten Jagd erläuterte. Um eine natürliche Verjüngung des Bergmischwaldes ohne teuere Schutzvorrichtungen sicher zu stellen, werden in der dortigen Eigenjagd nachhaltig fast drei mal so viel Rehe erlegt, wie in den umgebenden Revieren. Und das nachhaltig. Dass seine Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, konnte anhand der schönen Waldbilder jedermann sehen. Des weiteren fördert der Staat die Naturverjüngung im Forstbetrieb Brühmüller mit 10.000 € jährlich. Allein die staatliche Förderung steht in keinem Verhältnis zu Jagdpachteinnahmen und Kosten für Schutzvorrichtungen wie Zaun.
Interessant war auch, dass Thomas Bauer im Vergleich der Trieblängen von Fichte und Tanne den stärkeren Zuwachs der Tanne vorzeigen konnte. Auch in einer gesamtwirtschaftlichen Bewertung sieht er die Tanne gegenüber der Fichte im Vorteil. So wird im dortigen Wald auch gerade im Hinblick auf die Klimaänderung die Tanne gegenüber Fichte bevorzugt. Die Verwendung von Douglasie sah Thomas Bauer eher skeptisch.

Station zum Mittagessen war das Schutzhaus auf dem Gipfel des Dreisessel. Nach einer kurzen Einführung in die Geologie und Entstehung des Bayerischen Waldes an einem der schönsten Geotope Bayerns führte Otmar Eckert zuerst zum Hochstein und dann zu den ausgedehnten Schadflächen beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze. Einige Waldbesitzer zeigten sich deutlich erschüttert über den Zustand der dortigen Wälder. So sind als Ergebnis in der Summe aus Waldsterben, Borkenkäfer und Orkanschäden nur noch abgestorbene silbergraue stehende oder im meterhohen Verhau liegende Bäume auf riesigen Flächen zu sehen. Vor allem auf tschechischer Seite im Nationalpark Sumava, sind die Quadratkilometer großen Borkenkäfer-Flächen von Weitem zu sehen. Dort findet, wie auch im Nationalpark Bayerischer Wald auf deutscher Seite, keine Aufarbeitung der Borkenkäferbäume statt. Ob die von tschechischer Seite aufgestellten Borkenkäferfallen den angrenzenden Privatwald schützen können, wurde allgemein stark bezweifelt. Manch einer fragte sich angesichts des Schadausmaßes, ob Schäden im eigenen Wald daheim nicht etwas gelassener betrachtet werden könnten.

Letztendlich war selbst das Wetter für diesen Tag optimal „organisiert“ (der Wolkenbruch prasselte nieder als alle bereits wieder im Bus saßen), so dass den Teilnehmern eine äußerst interessante und lehrreiche Informationsfahrt im Gedächtnis bleiben wird.
 
03. Juni 2009
Die gemeinsame Infofahrt der Waldbesitzervereingungen Illschwang-Birgland und Sulzbach-Rosenberg in den Frankenwald zum Thema ”Douglasie” sorgte bei den Beteiligten für bleibende Eindrücke. Zu bestaunen gab es bis zu 60 m hohe Douglasien, Astungshöhen bis 20 m und Baumriesen mit 20 fm Holzmasse pro Baum. Beeindruckend präsentierten sich auch die mit Douglasien aus Naturverjüngung unterlaufenen, erntereifen Douglasien-Altbestände in den Wäldern des Freiherrn von Lerchenfeld.
Der Douglasie kommt bei der Bewältigung eines sich ändernden Klimas große Bedeutung zu. Von Lerchenfeld empfahl den Exkursionsteilnehmern, zur Boden- und Bestandspflege der Douglasie stets ausreichend Buche beizumischen, da sie eine Klimaänderung ebenfalls leichter überstehen kann.
Auch der wirtschaftliche Erfolg eines Waldbaus mit Douglasie kann sich seit der verstärkten Verwendung von Douglasienholz im Außenbereich sehen lassen. Er beträgt ein Vielfaches des Waldertrages, den die Waldbesitzer im Landkreis Amberg-Sulzbach erzielen. Dass jedoch die standörtlichen Voraussetzungen im Frankenwald (mit tiefgründigen und gut Nährstoff versorgten Böden sowie  Niederschlag zwischen 1000 und 1200 mm) nicht mit denen in unserem Gebiet vergleichbar sind, dürfte allen Teilnehmern deutlich geworden sein. Beim Waldbau mit der Douglasie im Landkreis Amberg-Sulzbach ist zu beachten, dass die Douglasie keinen freien Kalk im Wurzelraum verträgt (besonders Jura/Jurarand) und auch der Anbau auf wechselfeuchten Standorten sehr problematisch ist.
 
Informationen, auf welchen Standorten im WBV-Bereich die Douglasie geeignet ist, erhält der interessierte Waldbesitzer beim zuständigen Revierleiter. Das Thema Douglasie wird auch bei den zur Zeit stattfindenden Waldbegängen in den einzelnen Obmannbereichen der Waldbesitzervereinigung Sulzbach-Rosenberg behandelt.
 
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